die existenz als herumvagabundierender leseonkel hat
angenehme seiten, die allerdings, fluch der guten tat, à longue durée wieder ins
gegenteil umschlagen. man wird beschenkt, nicht überall, aber doch öfter. in meinem
gepäck befinden sich inzwischen diverse bücher und mappen, eine voluminös
verpackte flasche portwein (20 jahre alt), zwei whiskhyflaschen, ein vinho verde,
ein weinset aus südtirol sowie ein riesling aus naumburg. trinken kann ich das
alles nicht, jedenfalls nicht unterwegs, und so rangiere ich mit diesem
alkoholiker-wagon über bahnhöfe und straßen wie ein ferngesteuerter edelmüll-sammler.
taxifahrer, die den koffer verladen, gehen spontan zu preßatmung über und
überlassen mir nach dem aussteigen allzu gern das ausladen.
also: wer in eine der verbleibenden lesungen gerät und mich um eine flasche erleichtern will, der soll kommen und, ja, es, wie auch immer, hauptsache auffällig, tun.
unscharf fokussierter schokoladenautomat in mülheim a.d.r. alt? neu? auf alt gemachter neuer? umoperierter alter? die fragen stehen, fraglos, im raum / und interessieren null bzw. kaum.
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