seit zwei wochen regnet es in shanghai, jeden tag, ununterbrochen,
das muß man auch einmal sagen, zwei wochen regen, ein kalter, solider
dauerregen, der die ohnehin schon sehr geringe lust, mal rauszugehen, sinnlos
herumzubummeln oder sonstwas zu machen, vollends auf null sinken läßt. der
regen fällt senkrecht, es gibt keinen wind, und der allmächtige sitzt fest über dieser
stadt mit seiner trostlosen grau verschmierten unterbuchse, und, siehe da, der alte macker kann das wasser nicht halten. gott ist
inkontinent.
andrerseits ist es die einzigartige gelegenheit jetzt, mal durch
menschenleere parks zu streifen, unbehelligt vom üblicherweise überall übiquitären menschenpulk, der einen
ansonsten auf schritt und tritt in die quere kommt. im lu-xun-park saß,
verständlich, keine menschenseele auf den bänken. und im lu-xun-museum
war ich mit der statue des rauchenden dichters ganz allein und bestaunte die
batterie von zimmerpflanzen, die ihn wie eine schützende escorte nach allen
seiten abschirmte.
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